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LadyOfMagic
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LadyOfMagic » blog » Russia


     
10.04.2006 18:53

Exkursion 2006

Tervetuloa Heslingissä!


Nach einer ruhelosen Nacht vor lauter Aufregung, ging es am Dienstag, 21.2.06, endlich los.
Exkursion nach St. Petersburg.

Seit Ewigkeiten hatten wir uns darauf vorbereitet, denn man fährt nicht einfach mal so flott nach Russland. Ausweise wurden beantragt, Fotos gemacht, Visa-Anträge ausgefüllt, Referate vorbereitet, dicke Klamotten, Reiseführer und Speicherkarten für die Kamera gekauft und dann konnte es fast schon losgehen. Da ich noch nie in Russland war und auch persönlich keinen Russen kannte, musste ich mich einfach mal überraschen lassen, was da so auf mich zukommt...

Doch zuerst von Aachen zum Flughafen Köln/Bonn und das zu einer Morgenstunde, wo jeder normale Student noch schläft. Sagen wir´s so: es war verdammt dunkel! ;)

Am Flughafen lief alles wie geschmiert. Niemand hatte seinen Pass vergessen und so wurde der Flieger erobert. Es sollte von Köln/Bonn nach Helsinki gehen und dann weiter mit dem Zug nach St. Petersburg.
Im Flugzeug, gerade in der Luft, kam dann der erste Schreck. Der Pilot begrüßt die Passagiere und sagt: "Willkommen auf unserem Non-Stop-Flug von Köln/Bonn nach Stockholm."
Entsetztes Schweigen im Flugzeug.
Ok, Stockholm ist bestimmt schön, aber da wollten wir doch eigentlich nicht hin.
Der Pilot irritiert zum Co-Piloten: "Ach nee...... moment.... wir fliegen nach Helsinki, oder?"
SOLLTE DER DAS NICHT WISSEN?

Irgendwie sind wir dann doch gelandet. Und das sogar in Helsinki! :)
Und was erwartete uns da?
SCHNEE!!! *Yiipppiiihhh*
Da Schnee bei uns im "wilden Westen" da doch immer nur was für zwei Tage ist, wenn überhaupt, hatte ich mich sehr auf den Schnee gefreut.
Vom Flughafen ging es dann in einer turbulenten Busfahrt in die Innenstadt, wo wir etwas Zeit verbringen konnten, bevor es weiter nach Russland ging.




Dann ging es zum Zug.
Der Zug fuhr von Helsinki nach Moskau, aber wir sind in St. Petersburg abgesprungen.
Ganz angenehm war, dass wir Schlafwagen hatten. Mittlerweile ging es auch schon auf den Abend zu und wir waren schon alle geschafft.
(Für die nächste Reise schaffe ich mir unbedingt wieder einen Koffer mit Rollen an!!)

Die Zugfahrt..... was soll ich dazu sagen...??
Ich glaube, das war schon fast das abenteuerlichste an der ganzen Exkursion.
Das Zugpersonal sprach nur russisch, aber zum Glück hatten wir eine russische Kommilitonin dabei, die das alles für uns regelte. So fanden wir schnell unsere Kabinen und genossen die dahinziehende finnische Landschaft!
MEIN GOTT IST DAS SCHÖN DA!
Da muss ich auf jeden Fall noch mal hin!
Die tolle Landschaft hatte ich auch schon aus dem Flugzeug gesehen.
Der helle Wahnsinn!

Auf einmal wurde der Zug langsamer und wir hörten gepolter und russische Gespräche auf dem Flur. Wir machten die Türe auf und ein russischer Schaffner (die trugen natürlich alle Pelzmäntel und Pelzmützen, wie man sich das so vorstellt), lief mit grimmigem Gesichtsausdruck und einer Axt in der Hand an uns vorbei!
Ich kam mir vor, wie einem trashigen Horrorfilm und befürchtete schon, dass damit die Schwarzfahrer bestraft wurden.
Allerdings wurde es bald geklärt. Als Kind mitteleuropäischen Klimas, wo die Bahn im Herbst schon nicht mehr fahren kann, weil Laub auf den Schienen liegt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass Zugtüren auch zufrieren können.
Ich wurde eines besseren belehrt! ;)

Also, da kann sich die deutsche Bahn echt was abschauen!
Genau so wie die deutschen Autofahrer.
Ich glaube, Deutschland ist das einzige Land, wo der Winter jedes Jahr wieder auf´s neue überraschend kommt! Wie soll man auch damit rechnen? Ist ja nicht so, als sei´s schon immer gewesen. Und sofort bricht das Verkehrschaos aus!
Nicht so in Finnland oder Russland. Ob die Straße gestreut oder geräumt ist, oder nicht, die Leute steigen in ihr Auto und fahren los. Punkt.

Nachdem wir dem Zugpersonal unsere Ausweise aushändigen mussten, sind wir dann auch irgendwann eingeschlafen. Doch wurden recht brutal geweckt, als man uns unsere Ausweise wiedergab. Es dauerte dann genau so lange, bis alle wieder eingeschlafen waren, als wir dann an die Grenze kamen. Dort stürmten dann drei uniformierte Russen in unser Mini-Abteil, wollten die Ausweise gezeigt haben und kontrollierten unter den Matratzen, ob nicht noch jemand da ist.
Mal ne Frage: wer will schon illegal nach Russland EINreisen?

Viele, viele Stunden später und 2 Zeitzonen von Deutschland entfernt, kamen wir dann nachts um 2 am 22.2. in St. Petersburg an.....




.... und es war kalt..... *bibber*



Surviving Russia



 
Irgendwann früh morgens kamen wir in der Jugendherberge an. Sie sollte unter englisch-sprachiger Leitung stehen, allerdings war die Leitung wohl nicht im Lande und der Rest da konnte auch nur russisch. So dauerte es eine ganze Weile, bis die 30 Leute auf Zimmer verteilt waren und solange konnten wir das russische Klima auf der Straße kennenlernen.

Wie nicht anders zu erwarten, war mein Zimmer natürlich im vierten Stock. (Hatte ich erwähnt, dass ich `nen Koffer mit Rollen brauche?)
Also total k.o. vier Stockwerke rauf und zwischenzeitig mit einer Reihe Zwischentüren mit Zahlenschloss gekämpft.
Ich glaube, die Bilder der JH auf der Homepagen waren schon ein paar Jährchen alt, denn es sah ziemlich runtergekommen aus, aber das war egal. Ich wollte nur noch schlafen....
.... allerdings hatte ich irgendwann Angst einzuschlafen, weil ich sonst nicht mehr aufwachen würde. Ich habe in meinem Leben noch nie soooo gefroren. Habe eine geistige Notiz gemacht, morgen die Heizung mehr aufzudrehen, noch ein paar Decken zu organisieren und auch beim Schlafanzug das Schichtsystem anzuwenden.

Nach kurzem Dösen war es auch schon wieder Zeit aufzustehen. 8 Uhr Abmarsch! Wir sind ja schließlich nicht zum Urlaubmachen dagewesen. Also zeitig auf zum Frühstücksraum, wo ich prompt von einer Russin, die die Tische deckte, angebrüllt wurde. Ich habe nie erfahren, was sie an mir störte.... Vielleicht auch besser so.
Frühstück: Brot, Marmelade, Butter, Käse, hartgekochte Eier (HART gekocht!!), O-Saft, Milch, Kaffee, Kornflakes.
Ich hatte ernsthaft überlegt, zum Kaffeetrinker zu mutieren, um wach zu werden, aber dachte mir dann, die Kälte würde mich schon wecken....
... und ich behielt Recht.
- 15 °C! Und dabei eine Stunde draußen stehen, bis alle Leute Geld in einer Bank gewechselt hatten.
Nachdem wir von dem Bankpersonal äußerst skeptisch beobachtet worden waren, sind wir dann los in die Stadt. Erstes Ziel:



Metro!
Dort stand das nächste Problem an. 30 Leute, die alle nur große Scheine in der Bank bekommen hatten, mussten an einer kleinen Bude Metro-Karten kaufen, wo 10 Fahrten drauf sind. Die Kassiererin war nach kürzester Zeit genervt und hatte kein Wechselgeld mehr.
Nach ner Weile hatten dann doch alle eine Karte und es ging auf zu den Gleisen.
In St. Petersburg liegt die Metro über 400 m in der Tiefe und man muss mit EINER Rolletreppe, die ziemlich steil und verdammt schnell ist, da runterfahren. Ich schätze mal, die waren 3 mal so schnell wie deutsche Rolletreppen.






Das zweite Bild hab ich im Internet gefunden. Ist von einer anderen Metrostation, denn jede hat auch unterschiedliche Lampen an den Rolltreppen.

Das tolle war, dass wirklich alle 2 Minuten ein Zug kam, die zwar alle proppe voll waren, aber man nicht lange warten musste.
Es ging dann quer durch die Stadt, ein paar Stationen per Metro und den Rest zu Fuß, zur Eremitage, dem Museum im Winterpalais.



Da haben wir dann auch fast den ganzen Tag verbracht und sie uns von außen und innen ausführlichst angesehen. ;-)
In den meisten Museen und Kirchen darf man drinnen nicht fotografieren, also sind da die Bilder auf die Gebäude von außen beschränkt.
Genau so darf man auch nicht in den U-Bahn-Stationen fotografieren. Da weiß ich aber nicht, welchen Zweck das verfolgen soll.
In der Eremitage findet man alles. Von der Antike über west-europäsche Malerei und Skulpturen, bis hin zu russischer Kunst. Sehr Eindrucksvoll!
Und wer da ist, sollte auf jeden Fall einen Tag dafür einplanen. Ich würde sagen, die Eremitage ist der Louvre St. Petersburgs. Muss man gesehen haben!

Hinter dem Winterpalais fließt die Neva vorbei.
Da es ziemlich kalt war, war sie auch ein bisschen zugefroren!






Abends sind wir dann noch in einem russischen Lokal was essen gegangen und als es dann richtig kalt war, ging es zurück zur Jugendherberge.
Total fertig, fielen wir nur noch ins Bett und ich hab auch besser geschlafen, da ich diesmal viel mehr Klamotten anhatte. :-)



Donnerstag 23.2.

Hätte ich morgens gewusst, dass das der schlimmste Tag unserer Exkursion wird, wäre ich wohl nicht aufgestanden.
Aber da ich es nicht wusste, ging es mit allen Leuten in die Stadt. Noch mal zur Eremitage, die Gebäude in der Umgebung begutachten und ein Referat über die Alexandersäule hören.



Sieht man den Platz, sollte man meine, da liegt ja fast gar kein Schnee!
Weit gefehlt! Der Schnee wurde weggeräumt, was spiegelglatte Steine zum Vorschein brachte, die wesentlich gefährlicher waren als der Schnee, der da vorher war....



Nun ja, nachdem es alle heil über den Platz geschafft hatten (zum Glück waren alle so dick eingepackt, dass auch niemand blaue Flecken davontragen dürfte), ging es weiter zur Admiralität.



Dort hörten wir ein weiteres Referat, was mir Zeit verschaffte, ein paar Bilder von dem Park und dem Gebäude zu machen und auch einen Japaner zu fotografieren, der aber doch recht unzufrieden mit den Bildern war, die ich machte. Nun ja, bei -15 °C die Handschuhe ausziehen, um Bilder zu machen und dann auch noch erwarten, dass die gerade werden??
Damit bin ich überfordert! ;-)

Wie man sieht, Schnee gab es doch reichlich! *Yiippiihh*!!





Schnee, Schnee, Schnee, Schnee, Schnee, Schnee, Schnee..... *singt*!!


Weiter ging es dann an der Isaaks-Kathedrale vorbei zum Reiterdenkmal von Peter dem Großen.




Dort hörten wir zwar ein gutes, aber für die Temperaturen viel zu langes Referat, denn man konnte ja nicht mehr machen, als da zu stehen, und den Zaren anzuschauen. ;-)
Zwischendurch marschierten dann noch russische Soldaten an uns vorbei, weil es irgendein russischer Militärfeiertag war. Was einige der Mädels in Verzückung brachte: Männer in Uniform.
Nun ja, waren mir zu dick eingepackt, konnte man ja nicht sehen, wer da drinsteckte.
Als das Referat noch kein Ende nahm, aber der Kälte dafür immer schlimmer, ...



... gingen wir gegenüber in einem britischen Pub Mittagessen. War zwar was merkwürdig, wo man ja in Russland war, aber es lag nun mal auf dem Weg.
Weiter ging es dann zur Isaaks-Kathedrale und da auch rein!

Viele Gebäude in St.Petersburg sind von west-europäischen Architekten entworfen und gebaut worden, wodurch man sich streckenweise doch auch an Paris oder andere ältere Städte erinnert fühlt.



Die Isaakskathedrale ist sehr schön von innen, aber leider darf auch da nicht fotografiert werden, aber ich hab ein Bildchen im Internet gefunden.

Von da aus ging es zum Theater. Für den Abend war ein Ballett-Besuch geplant. Auch wenn Ballett nicht ganz so mein Fall ist, fand ich es doch besser, als Oper oder Theater, da beim Ballett ja nicht gesprochen wird und so auch keine Verständigungsprobleme auftreten konnten.

Bis wir dann unsere Karten hatten, waren es nur noch 2,5 Stunden, bis die Vorführung losging. Da kamen dann unsere Dozenten auf die Idee, dass wir uns quer durch die Stadt schlagen und das Smolny Kloster besuchen. Und es ist wirklich am anderen Ende der Stadt.
Also im Laufschritt zur Metro. Aber da dort keine Metrostation in der Nähe ist, mussten wir noch verdammt weit und vor allem auch schnell laufen.
Schnell laufen auf eingeschneiten und vereisten Bürgersteigen ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Denn dazu muss man ja noch sagen, dass St.Petersburg ein ausgeklügeltes System hat, unvorsichtige Touristen zu Fall zu bringen:



... die Sonne scheint, der Schnee auf den Dächern schmilzt, fließt die Regenrohre runter, aber dann nicht in den Kanal, sondern auf den Bürgersteig. Der wiederum liegt im Schatten der hohen Häuser, wodurch das Wasser wieder gefriert und eine dicke Eisschicht bildet.
Alle jubel jahre geht dann mal jemand vorbei und zerschlägt das Eis.
Bis dahin muss man brav die Augen auf dem Boden halten und sieht nicht so viel von der Stadt.

Nun denn, wir waren beim Smolny Kloster, wo wir dann auch irgendwann ankamen.
Und es war hässlich.





Ich meine, diese Farbe ist schön, aber nicht an einem Gebäude.
Die meisten Gebäude in St.Petersburg sind gelb, da hätte man das ja auch gelb streichen können. Oder zumindest weniger blau. (Ich habe viel mehr Bilder gemacht, als ich hier zeigen kann, von daher muss mir das einfach geglaubt werden, dass es viele gelbe Gebäude gibt! ;-)
Nunja, da die Kirche geschlossen war, wegen Renovierungen, hörten wir draußen in der Kälte ein Referat und mussten dann auch gleich wieder zurückgehen.
Ein paar Straßen weiter erwischten wir dann einen Bus, der uns zu einer Metrostation fuhr und von da aus, knapp aber pünktlich, zum Theater.
Dort trafen wir auch den Rest unserer Gruppe wieder, denn die Hetzjagd durch die Stadt hatte einige Opfer gekostet. Zum Glück noch ziemlich am Anfang, so dass sie nicht weit vom Theater weg waren und den Weg dorthin zurück gefunden haben.



Das Ballett war ganz nett. Es war Dornröschen und wir hatten die schlechtesten Plätze des Theaters. Dafür war es nicht teuer. :-)
Nunja, die Pausen waren was störend. 3 Pausen á 30 min., wodurch zwischendurch immer Langeweile aufkam. Von dem Gewaltmarsch durch die City waren wir eh viel zu k.o., um noch großartig in den Pausen rumzulaufen.
Wenn man sich St.Petersburg auf der Karte ansieht, dann sieht das gar nicht so groß aus, aber bei dem Wetter zu Fuß unterwegs zu sein, ist ziemlich anstrengend.

Nach dem Theater, irgendwann um Mitternacht rum, ging es zurück zur Jugendherberge. Natürlich zu Fuß.


Freitag 24.2.

Aufgrund des anstrengenden Vortages, sind wir eine Stunde später gestartet.
Als wir aus der Jugendherberge rauskamen, merkte ich gleich: hier stimmt was nicht....
Es war zu warm!
In der Tat waren es auch nur -5 °C, warum ich dann auch gleich die Mütze einpackte. Bei dem milden Wetterchen braucht man doch keine Mütze! ;-)
Und dann ging es auch schon wieder los.
Wir fuhren mit der Metro unter der Neva durch und wanderten am Flussufer entlang, an dem Häuschen Peter des Großen vorbei zum Kreuzer Aurora.

 

Die Aurora war aber ein bisschen eingefroren....



Danach ging es wieder ein Stück zurück und zur Peter und Paul Festung.
Dort sahen wir uns die Kirche an (ziemlich hässlich von innen),...





... hörten den Kanonenschuss um zwölf Uhr aus nächster Nähe, aßen Bortscht (LECKER!!) und wanderten dann an der zugefrorenen Neva vorbei, um die Festung rum, über ne Brücke wieder aufs Festland.





Dort angekommen, gingen wir um diesen kleinen Park rum, den man hier oben sieht. Dort stehen auch die beiden Rostralnye kolonny.



Von weitem sehen die Schiffe da dran wie Tentakel aus!
Sehr lustig! ;-)

Danach ging es noch die Ecke rum zum Museum für Anthropologie und Ethnographie.
Dort haben sich einige Dinge wieder einmal bestätigt:


1. In Russland gibt es wohl, so sagte unsere russische Studentin, so eine Art Sprichwort, das besagt: Wer steht ist doof. Dadurch geht es an den Kassen von Museen und in der Metro, in Geschäften und überall wo mehrere Leute aufeinander treffen, nicht gerade freundlich zu. Es wird gedrängelt, geschubst und gedrückt bis zum Erquetschen. Ein Glück, dass ich so dick eingepackt war, sonst hätte ich bestimmt einige blaue Flecken und Quetschungen davon getragen.

2. Russen haben keinen Humor. Jedesmal wenn wir lachten, und das noch nicht mal über die Ausstellungsstücke (bei chinesischer Arbeitstracht gibt es bestimmt nix zu lachen), wurden wir wieder auf russisch angeschrien, von irgendwelchen Aufsehern. Dabei waren wir nicht mal laut. Wir haben nur gelacht.
Vielleicht liegt es daran, dass man in Russland nicht viel zu lachen hat. Ich weiß es nicht.

3. Die Russen sind sehr unfreundlich (damit will ich nicht sagen, dass die Deutschen unbedingt freundlich(er) sind). Wenn eine Kassiererin in einem Geschäft total lustlos und motzig kassiert und einen auch noch blöde anmacht, weil man kein passendes Geld hat, sondern 95 Rubel mit einem 100er bezahlt, dann ist man kurz davor sich zu entschuldigen, dass man es gewagt hat, Devisen in das Land zu bringen und auch etwas davon dazulassen.
Zum Glück fehlen einem die russischen Vokabeln um sich zu entschuldigen.


Nun ja, danach ging es an einigen bekannten Häusern, deren Name mir entfallen ist, vorbei zur Metrostation und dann zur JH. Finally!



Samstag, 25.2.

Am frühen Samstag morgen ging es dann wieder los. Erste Station: russisches Museum.
Allerdings macht das russische Museum erst um 10 Uhr auf, wodurch wir noch eine halbe Ewigkeit vor der Türe die Zeit totschlagen durften.
An diesem Punkt kann ich mich ja noch mal für die "grandiose" Organisation unserer Dozenten bedanken, die NICHTS zu dieser Exkursion beigetragen haben, außer über die Studenten zu lästern, zu saufen und den ganzen anderen Kram, den man von einer Klassenfahrt der Mittelstufe erwartet, aber nicht von einer Uni-Exkursion.



Nun denn, irgendwann durften wir dann auch IN das Museum und es hat sich auch gelohnt.
Die Führung war zwar nicht so dolle, aber sehen kann man ja zum Glück da selbst! :-)

Danach ging es dann weiter zur Christi-Auferstehungs-Kirche ("Erlöser auf dem Blute").
Das ist eines der wenigen Gebäude in St.Petersburg, wo man sofort daran erinnert wird, dass man in Russland ist.



Ich finde sie sehr schön, also ich würde sie mir nicht selbst bauen ;-), aber doch nett anzusehen. Ist mal was anderes. Und auch von innen ist sie schön. Sehr bunt, viel Gold und alles als Mosaik. "Prachtvoll" trifft es wohl am Besten.






Danach ging es an ein bisschen Natur vorbei.....



.... zum Marmor Palast, in dem das Ludwig Museum ist. Dort wurde gerade renoviert, aber man konnte trotzdem rein. Die Kunst ist sehr modern, und obwohl ich da nicht so drauf stehe, waren doch einige sehr gute Stücke dabei! ;-)

Danach ging es wieder Richtung Nevsky Prospekt (eine größere Einkaufstraße, die sich durch St. Petersburg zieht) und was essen.
Wer war anderes als McDonalds erwartet,....



.... wird auch nicht enttäuscht werden. Das russische Essen war immer gut, ob Bortscht oder Blinis (so ne Art Crepes, herzhaft oder süß) oder auch andere Gerichte in Lokalen, alles war sehr gut, lecker und auch preislich nicht überzogen.

Nach einem leckeren Schmaus ging es dann satt und k.o. an der erleuchteten Promenade entlang zurück zur Herberge.




Sonntag, 26.2.

Am Sonntag ging es dann ein bisschen weiter außerhalb der Stadt in ein Arbeiterviertel, um auch mal russische Architektur kennen zu lernen, doch was wir dort sahen, hat uns nicht so recht überzeugt.





Grün oder grün? nö...... grün..... oder?



Es sieht schon nicht schlecht aus...
Aber ich möchte da nicht leben müssen, obwohl ich auch befürchte, dass es wesentlich schlimmere Orte in Russland geben wird.


Nun ja, von da aus fuhren wir dann mit so kleinen Bussen weiter außerhalb zum Großen Katharinenpalast.





Auch wenn das nun niemandem etwas sagen wird, so kennt doch jeder etwas, was darin:
das Bernsteinzimmer.
Natürlich darf dort auch nicht fotografiert werden und ehrlich gesagt, ich war auch enttäuscht. Irgendwie hatte ich mir das größer vorgestellt und schöner.
Aber das ist vermutlich auch wiedermal Geschmackssache. Aber es ist schon beeindruckend, wie viel Bernstein da auf einem Fleck ist!

Nach einer ausgiebigen Besichtung des Palastes, ging es wieder in die Stadt zurück. Aber bevor wir zum Essen kamen, haben wir noch diverse Metro-Stationen abgeklappert und sie uns angesehen. Auf den älteren Strecken gibt es wirklich sehenswerte! Sehr chic!
Aber auch hier ist fotografieren für Touristen nicht gestattet.






Montag, 27.2.


Am Montag ging es zeitig los zur Kathedrale der Muttergottes von Kasan.




Dort hatten wir Gelegenheit, einen Teil der Messe mitzubekommen. Ich bin ja hier schon kein Kirchgänger und halte nicht viel von den Turnübungen der katholischen Messe, aber 2 Stunden während der Messe stehen zu müssen, das finde ich auch heftig.



Weiter ging es dann, an der schönen St. Petersburgischen Stadtlandschaft vorbei, noch etwas durch die Seitenstraßen, bis wir später an der Anitschkow-Brücke landeten. Dort wurden die vier Pferdebändiger begutachtet und danach hatten wir endlich mal Gelegenheit, ein paar Stunden lang, unsere Rubel unter das russische Volk zu bringen!



So wurden noch ein paar Mitbringsel gekauft, Matrjoschkas, Schokolade und Zigaretten. Zigaretten sind da sehr günstig und da ich Nichtraucher bin, war ich so nett, meinen Geschwistern was mitzubringen. Allerdings ist die Einfuhr in die EU begrenzt und an den Grenzen wird auch kontrolliert. An Schokolade kann ich ganz besonders eine Mocca-Schokolade empfehlen! *yum-yum*

Die restlichen Postkarten wurden geschrieben, damit man wirklich sagen konnte, die sind da geschrieben und nur von Deutschland aus abgeschickt. Denn sogar die Reiseführer schreiben, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Post Westeuropa erreicht. Dann gab es noch mal Blinis und dann ging es zur JH, Koffer packen.



Dienstag, 28.2.


Um 5 Uhr sollte der Zug nach Helsinki gehen, also kam zu einer unmenschlichen Zeit der Bus, um uns zum Bahnhof zu fahren.
Total k.o. fielen wir nur in unsere Betten und versuchten zu schlafen. Dann wurden allerdings wieder unsere Pässe eingesammelt.
Nach einer Weile, gerade so lange, dass man einschlafen konnte, bekamen wir unsere Pässe wieder. Eine Weile später wurden Zettel ausgeteilt, auf denen wir unsere zu verzollenden Waren angeben sollten.
Und als wir dann die Grenze erreichten, wurden wir auf die unsafteste Art geweckt. 3 Uniformierte Russen stürmten unser Abteil mit dem Wort: "PASSPORT!" Durchsuchten die Betten und die ablagen, ob nicht wieder jemand illegal unterwegs war und verschwanden wieder mit einem Türeknallen.

Eine Weile später setzte sich der Zug für kurze Zeit in Bewegung und hielt wieder auf finnischer Seite. Es klopfte an der Türe und ein uniformierter Finne sagte mit einem freundlichen Lächeln: "Good morning! May I have your Passports, please!" Er fragte nach unserem Befinden und wünschte uns eine schöne Weiterfahrt und erholsamen Schlaf.

Wie kommt es, dass die Leute, die den gleichen Job machen, nur wenige Meter voneinander entfernt, so unterschiedlich an die Sache rangehen?
Bis wir in Helsinki ankamen, wurden noch mal mehrere Drogenspürhunde durch das Abteil gejagt, sporadisch Gepäck kontrolliert und dann kamen wir wieder in der Innenstadt Helsinkis an.
Danach ging es nach ein wenig Aufenthalt per Bus zum Flughafen. Dort wurde noch mal was gegessen und dann endlich in den Flieger und heim!
Endlich?
Naja, doch eher, weil wir k.o. waren, weil wir keine Lust mehr hatten Strumpfhosen unter den Jeans zu tragen, die Vorfreude auf ein ordentliches Frühstück und ein Bett mit nur einer Decke....

Der Flug war ereignislos und so landeten wir am frühen Abend in Köln/Bonn. Die Zugfahrt nach Aachen wurde nur von ein paar Karnevalsjecken gestört, die mir wirklich meinen aller letzten Nerv raubten.... ich war doch so froh gewesen, über Karneval entfliehen zu können.... und dann waren wir in Aachen.

Es regnete. Natürlich.
Und es war warm. So knapp über dem Gefrierpunkt.
Nach einer Woche bei -10 bis -15 Grad ist das warm!
Zum Glück wurde ich am Bahnhof von meinem Freund mit Blumen empfangen, so dass ich nur die Blumen tragen musste und die doofe Tasche ohne Rollen loswurde.

Und kurz darauf war ich zu Hause und hatte RUHE.
Endlich Ruhe! 8 Tage lang so gut wie nie alleine zu sein, ich hatte einen echten Gruppenkoller.


Nachdem ich in der folgenden Zeit immer wieder die Bilder zeigen musste und Freunden und Familie von dem Trip erzählen musste, hatte ich keine Lust, alles sofort aufzuschreiben.
Mein Bericht könnte noch ausführlicher sein, aber ich glaube, er ist lang genug! ;-)

Was kann ich noch sagen?
Ich habe irgendwo meinen Reiseführer verloren, deswegen hoffe ich, dass ich die Sachen wieder richtig benannt habe. Falls doch noch Fehler drin sind, wäre ich froh über einen Kommentar! ;-)
St.Petersburg ist eine schöne Stadt, mit viel Kunst und Kultur. Wer hinfahren möchte, sollte es machen, aber sich vorher zumindest ein wenig russisch aneignen.
Die Menschen da waren nicht mein Fall. Aber man muss keine Angst haben, da auf der Straße angepöbelt zu werden. Man darf nur keine zu große Freundlichkeit erwarten.


















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